Chronobiologie – ein paar Gedanken zur inneren Uhr

Die Außenwelt und unsere biologische Uhr: Nicht immer existieren diese im Einklang. Ein Leben gegen die innere Uhr ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Schlaf- und Ruhezeiten, die nicht eingehalten werden, gefährden unserer Gesundheit. Dem gegenüber steht der Druck der Leistungsgesellschaft, die Pausen als ein Zeichen von Faulheit ansieht. Wie finden wir einen Ausgleich, um beide Seiten zufriedenzustellen? Müssen wir das überhaupt?

In seinem Buch „Wie wir ticken“ erläutert Till Roenneberg anhand der Wissenschaft der Chronobiologie, was ein sozialer Jetlag für den modernen Menschen bedeutet. Im 19. Jahrhundert wurde nach der Sonnenzeit gelebt, heute haben wir Atomuhren und Schichtpläne, die uns in vorgefertigte Bahnen drängen. Termine planen unseren Alltag. Außer Acht gerät dabei unsere hauseigene Uhr. Diese ist so individuell wie unsere Schuhgröße und Augenfarbe, orientiert sie sich aber auch an Sonnenzeiten und der „sozialen Zeit.“ Sie ist eigentlich auf 25 Stunden getrimmt. Das fanden Forscher bei einem Experiment heraus, in dem sie Probanden in einem lichtgeschützten Bunker beobachteten. Dass wir uns mit einem 24-Stunden-Tag zufriedengeben, liegt also am Sonnenlicht, das auf unseren Schlafrhythmus einwirkt.

Wir Menschen sind unterschiedlich. Lerchen springen am Morgen munter aus den Federn und schlafen abends früh ein. Eulen verlassen nach Mitternacht das Haus, um zu sehen, was die Welt zu bieten hat. Meist sind sie am Frühstückstisch muffelig. Dies sind die Anzeichen verschiedener Chronotypen. Dabei werden Eulen von einem Stigma der Faulheit verfolgt. Wer lange schläft, der kann doch nichts schaffen – soweit die öffentliche Meinung. Aber auch Lerchen werden schnell als Langweiler abgestempelt, da sie ungerne auf Partys gehen. Fakt ist, so erklärt Till Roenneberg es in seinem Buch, dass beide Chronotypen mehr oder weniger gleich lange schlafen, (im Durchschnitt acht Stunden) nur zu verschiedenen Zeiten. Daher haben sie den gleichen Zeitrahmen, um produktiv zu sein.

Sicher ist zumindest, dass die Arbeitswelt sich nicht auf Eulen einstellen wird. Es ist an der Zeit, dass wir unseren inneren Schlaftyp selbst anerkennen. Wissen Sie, wer Langschläfer war? Einstein. Bis zu zwölf Stunden soll er in den Federn gelegen haben. Ihm war es wohl egal, was die Nachbarn dazu sagten.

Schlafen Sie gut.

Ihr Lutz Braun

Die Farben des Schlafs

Würden wir 100 Kinder fragen, an welche Farben sie denken, wenn sie ans Schlafen denken, fielen die Antworten vermutlich so aus: Dunkelblau und Dunkelrot. Die Farben der Nacht sind gelernt, sie haben sich durch unzählige Illustrationen und Fachratgeber in unserer Fantasie manifestiert. Gehen wir richtig in der Annahme, dass es sich am besten in „dunkler Gesellschaft“ schlafen lässt? Immerhin ist ein entspannter Schlaf von enormer Bedeutung für unser Funktionieren im Alltag.

Wir wollen herausfinden, welche Farben uns im Schlaf positiv beeinflussen. Jetzt, da uns am Tage das nötige Sonnenlicht fehlt, gewinnt der nächtliche Schlafausgleich an Bedeutung. Vielleicht überrascht es Sie zu lesen, dass besonders kalte Wandfarben beruhigend auf Ihr Schlafverhalten einwirken. Es sind Farben wie Blau, Grau und Violett, die die notwendige Ruhe in uns schaffen, um uns am nächsten Tagen regeneriert in die Welt zu entlassen. Unter der Bettdecke soll es natürlich trotzdem warm und kuschelig bleiben.

Haben Sie Probleme beim Einschlafen oder werden Sie generell von nächtlichen Störungen verfolgt, ist Rosa ein wirksamer Schlafförderer. Gelb und Rot wirken wiederum belebend und aktivierend, sie sollten daher im Schlafzimmer vermieden werden. Im schlimmsten Fall macht Rot sogar aggressiv. Ein schlechter Ratgeber, wenn es um einen erholsamen Schlaf geht.

Haben Sie sich um die Wandfarben in Ihrem Schlafzimmer gekümmert, geht es an die Möbelauswahl. Treiben Sie es nicht zu bunt! Achten Sie darauf, dass Wandfarbe und Möbel zusammenpassen. Holz ist ein beruhigendes, natürliches Element und passt zu zarten Pastellfarben in der Bettwäsche oder auf dem Fußboden. Metallstücke beruhigen ebenso sicher wie kühle Farben. Sie erden und schaffen ein Gefühl der Klarheit in der Seele.

Informieren Sie sich über den Einfluss von Farben auf Ihren Schlaf. Die passenden Wandfarben stellen wir Ihnen gerne im Alexa Braun Somhouse in Stuttgart-Mitte zusammen.

Wir wünschen Ihnen ruhige, entspannte Winternächte.

Alexa Braun und Lutz Braun

Schlafen mit allen Sinnen

Schlaf ist unserer Gesellschaft ein Heiligtum. Er ist die Basis für einen neuen Tag. Um Ihre Erholung in der Nacht zu unterstützen, schaffen Sie am besten eine wohltuende Mischung aus Düften und Farben in Ihrem Schlafzimmer. Wichtig ist, dass Sie sich wohlfühlen. Dabei hat jede Farbe und jeder Duft eine spezifische Wirkung auf Ihren entspannten Schlaf. Es ist also nicht nur eine Frage des persönlichen Geschmacks – sondern auch er einzelnen Komponenten.

Grundsätzlich gilt: grüne und blaue Wandfarben beruhigen. Sie überfordern nicht. Sie werden deshalb “kühle Farben” genannt, weil sie ausklingend zum Tagesende wirken. Auch Grau fördert die Erholung und lädt im Schlafzimmer zu einer Kombination mit helleren Möbeln ein. Rötliche Farben regen hingegen an und sind nicht fürs Schlafzimmer geeignet. Anders sieht das bei einem sanften Violett aus. Dieses wärmt innerlich und schafft Geborgenheit. Sanfte Pastelltöne beruhigen den Charakter; braune Erdtöne „erden“ nach einem anstrengenden Tag. Sie lesen es: Jede Farbe hat eine eigene Wirkung auf Ihr Gemüt.

Auch Düfte formen unser Schlafgefühl. Ein Blick auf die verschiedenen Inhaltsstoffe lohnt sich. Legen Sie sich zum Beispiel einen frischen Apfel neben das Bett, wirkt sein Geruch wie eine Ruhequelle. Ätherische Öle wie Lavendel oder Rosenöl fördern eine sorglose, wohltuende Entspannung in der Nacht. Geben Sie ein paar Tropfen auf ein Taschentuch und legen Sie dieses auf ihr Kopfkissen. Lüften Sie das Schlafzimmer richtig durch, kann selbst frisch gewaschene Bettwäsche Sie in paradiesische Duftsphären erheben. Spannend sind auch eigene Kreationen. Gießen Sie neben dem Bett vielleicht mal Kamille oder Melisse auf.

Schlafen mit allen Sinnen – das ist unser Leitmotiv im Alexa Braun Somhouse. In unserem Sortiment finden Sie romantische und wohltuende Schlafkerzen, verschiedenste Düfte und beruhigende Wandfarben. Wir beraten Sie gerne vor Ort, um Ihre individuellen Schlafbedürfnisse zu unterstützen. Bis dahin: Schlafen Sie gut.

Ihre Alexa Braun

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Schlaftee – ein echter Schlummertrunk?

Haben Schlaftees Einfluss auf unseren Schlaf? Alles nur Einbildung? Wir werden es herausfinden. Eine Woche lang testen wir jeden Abend einen neuen Tee und berichten von unseren Erfahrungen. Am Ende folgt ein kritisches Resümee. Starten wir unser Selbstexperiment. Los gehts:

Tag 1: Sonnentor – „Wieder gut! Eine Mütze voll Schlaf“
Zitronenmelisse, Fenchel und Lavendel, damit soll es in die erste Nacht gehen. Leider schmeckt der Tee so ausgezeichnet, dass ich vor Aufregung kaum einschlafen kann. Also nehme ich vorsichtig Schluck für Schluck, nachdem ich den Tee langsam habe abkühlen lassen. Ich versuche einzuschlafen, aber es gelingt mir nicht auf Anhieb. Ob es am ersten aufregenden Tag des Experiments liegt? Bestimmt. Denn siehe da: Ich werde schläfrig. Ich schließe meine Augen und bin dann mal weg.

Note: 2

Tag 2: Kneipp – „Nerven- und Schlaftee“
Baldrian, Melisse und Orangenschalen. Die Ersteren sind bekannt für ihre einschläfernde Wirkung. Ob sich das mit den Orangenschalen decken lässt? Ein erster Schluck verrät: Es fehlt Zucker. Nicht immer ein guter Einstieg, um in den Schlaf zu kommen, aber bei dem bitteren Geschmack unvermeidlich. Ich gebe Honig hinzu, es wirkt. Ob der nun folgende Schlaf am Baldrian oder der Melisse liegt? Daraus werde ich nicht schlau. Aber im Schlaf geht es schließlich nicht um Intelligenz, sondern um Erholung. Ich schlafe ein und bin einigermaßen zufrieden.

Note: 3

Tag 3: Goldmännchen-Tee – „Bachblütentee“
Bachblütentropfen kennen Sie vielleicht aus den kleinen, gelben Flaschen. In Angstsituationen können die Tropfen aus verschiedenen Kräutern echte Wunder vollbringen. Umso mehr habe ich mir von diesem Tee und seiner Aufmachung versprochen: Schließlich ist laut Verpackung alles Bio. Melisse und Lavendel – die üblichen Verdächtigen, wenn es um einen beruhigenden Schlaf geht – sind in der Kräutermischung vorhanden; Zimt und Rooibos verhelfen dem Tee zu einem sanften Geschmack. Dennoch schmecke ich die Kräuter zu penetrant heraus.

Note: 3-

Tag 4: Bad Heilbrunner – „Schlaf- und Nerventee
Soso, dieser Tee enthält also Bitterorangenschalenöl. Bin gespannt, was das für meinen Schlaf bedeutet. Ich google. Ein fataler Fehler. Kurz vorm Schlafengehen hemmt das technische Blaulicht meine Schlafhormone. Es handelt sich bei dem Öl jedenfalls um die Essenz einer bitteren Zitruspflanze. Leider riecht und schmeckt mir der Tee daher nicht besonders und ich muss mir eingestehen, dass der Geschmack enorm wichtig für ein angenehmes Schlafgefühl ist. Ich döse mit einem bitteren Geschmack auf der Zunge ein, aber immerhin: Ich schlafe nach wenig Anlaufzeit erholsam.

Note: 4

Tag 5: Sidroga Schlaf- und Nerventee
Neben Melisse, Passionsblumenkraut und Baldrian werden hier angeblich Rosmarinblätter beigefügt, was mich an laue Sommernächte in einem mediterranen Ressort denken lässt. Leider ist die Mischung nicht wohlmundend und auch hier wird die Schlafvorfreude dadurch betrübt. Die Aufmachung der Verpackung wirkt beruhigend, aber das hilft mir nicht weiter. Ich schlafe nicht wirklich ein, vielleicht hatte ich auch in den letzten Tagen einfach zu viel Schlaftee. Dieser ist also auch nicht mein Lieblingstee, wie ich mir vor dem Eindösen eingestehen muss.

Note: 4-

Fünf Nächte, fünf Schlaftees. Mein Fazit? Der Geschmack spielt eine größere Rolle, als ich dachte. Stimmt die Mischung der Zutaten, wie beim Sonnentor, wird der Tee zu einem runden Element in meiner Schlafhygiene, den ich bei kleineren Störungen in Zukunft einbinden werde. Bei fast allen Tees bin ich früher oder später eingeschlafen. Ich gebe hier allerdings meine persönlichen Erfahrungen wieder, am Ende sollten Sie sich selbst ein Bild machen. Haben Sie Lust auf ein eigenes Tee-Experiment? Dann nichts wie los. Sie wissen am besten, was Ihnen zu einem angenehmen Schlaf verhilft. Wohl bekomms.

Ihre Alexa Braun

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Die Kunst des Schlafens

„Der du mit deinem Mohne / Selbst Götteraugen zwingst / Und Bettler oft zum Throne / Zum Mädchen Schäfer bringst.“

Johann Wolfgang von Goethe, einer der berühmtesten deutschen Dichter, war fasziniert von der Macht des Schlafes über den Menschen. Er schrieb diese Ode und bemerkte darin treffend: Von der Göttergestalt bis zum Bettler, wir alle müssen die Augen schließen, um uns zu regenerieren.

Die Hora Sexta, die sechste Stunde des Tages, hat viele Künstler verschiedener Epochen inspiriert. Es scheint gerade in der Mittagszeit eine andere Stimmung in unserem Unterbewusstsein zu herrschen. Wir schlafen tiefer, träumen intensiver, in uns kochen die wildesten Geschichten hervor. In der Kunst kommt dieses Phänomen einer sprudelnden Inspirationsquelle gleich. Oft geben Künstler sogar zu, ihre Ideen im Schlaf empfangen zu haben.

Was in vielen Fällen Mythos und Pathos zugleich sein kann, lohnt sich näher bei Tageslicht zu betrachten. Was sind das für Geister, die uns umgeben, wenn wir uns auf andere Wahrheiten einlassen? Die uns Ideen schenken, zu denen wir am Tage keinen Zugang haben. Die Hora Sexta, eine Stunde der Geister? Die wahre Stunde der Geister?

Salvador Dali hat seine Träume in berühmte Werke umgesetzt. Paul McCartney behauptete, er habe einige seiner Melodien aus nächtlichen Reisen abgekupfert. Zum Beispiel Jene für „Yesterday“. Bekannt ist auch das Kunstwerk von Bernardo Strozzi, „Schlafendes Kind“, in dem er eine realistische Abbildung des friedlichen Schlafes eines Kleinkindes schaffte. Sinnlich und beruhigend wirkt das Bild auf den Betrachter, hier kommt die Schuldlosigkeit der Jüngsten der Gesellschaft und des Schlafes in einem Kunstwerk zusammen.

Wir sind den Schlafgeheimnissen noch nicht vollständig auf die Schliche gekommen. Das ist das Faszinierende daran: Träume sind Musen; sind wundersame Welten. Und so soll es bleiben. Finden Sie nicht auch?

Ihre Alexa Braun

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Katze und Maus

Sie war erwacht. Er lag neben ihr. Sie lehnte sich an ihn, versuchte die Augen zu schließen, versuchte in den Traum zurückzufinden, der sie für Stunden gefangen gehalten hatte. Sie hatte geträumt, sie sei eine Maus. Eine weiße, eine mit roten Augen. Sie war an einem Spiegel vorbeigehuscht und hatte sich beim eigenen Anblick zutiefst erschrocken. Der Spiegel war zerbrochen. Jetzt war sie wach. Sie musste zurück in den Schlaf finden. Ein Blick auf den Wecker genügte für diese Erkenntnis. Sie drehte sich zum Fenster.

 Dort lag eine Katze auf dem Fenstersims. Eine Schwarze. Es war weder ihre Katze, noch die eines Nachbars. Das Mondlicht schien auf ihre grünen Augen. Sie beobachtete das Tier eine Weile. Die Katze lag da, als hätte sie immer dort gelegen. Als würde sie ein Ritual ausführen, das sie seit jeher verfolgt hatte.

„Was machst du da?“, flüsterte sie ihr zu.
Die Katze schaute sie an.
„Na los, hau ab, ich will schlafen.“

 Neben ihr schnarchte er. Er hatte den Arm ausgestreckt, sie befreite sich aus seinem Griff und ging zum Fenster. Die Katze schnurrte. Sie ließ sie vorher an ihren Fingern schnuppern und strich ihr dann langsam über das Fell. „Hast du dich verlaufen?“, fragte sie. Die Katze antwortete mit einem großen Sprung auf den Boden. Sie lief an ihren Beinen vorbei, die Treppen hinunter, sie hörte, wie ein Glas in der Küche umfiel.

 Schnell lief sie der Katze hinterher, das Nachthemd zog sie hoch, über die Füße, damit sie nicht stolperte. Sie kam in die Küche, schaltete das Licht an und sah, dass die Katze wieder auf dem Sims lag. Vor der Spüle lag eine Milchpfütze, aber es schien nicht so, als hätte sie daran geleckt oder sich über die Milch hergemacht; das Glas musste von alleine umgefallen sein.

 Die Sonne ging langsam hinter dem Fenster auf. Die Sonne gähnte. Sie konnte das orangefarbene Licht durch den dunklen Himmelsstrich schimmern sehen. Die Katze ließ ihren Schwanz auf- und absinken. Sie schnurrte; von oben hörte sie sein Schnarchen bis hinunter in die Küche. Sie schritt auf die Katze zu und öffnete das Fenster.

„Kommst du mich morgen wieder besuchen?“ Sie hoffte auf eine Antwort.

Aber die Katze sprang aus dem Fenster, sie drehte sich nicht um. Sie lief über das weite Feld, über dem dichter Nebel seine Runden drehte.

Als sie wieder im Bett lag, die Augen geschlossen hatte und hoffte, endlich einschlafen zu können, hatte er aufgehört zu schnarchen. Sie hörte nur das Schnurren der Katze durch das Fenster. Sie schlief tief und fest ein.

Jetzt sind Sie dran. Fällt Ihnen eine Schlafgeschichte oder ein Gedicht ein? Schicken Sie uns Ihre Beiträge! Den Besten, der zwischen 300-500 Wörtern liegen darf, werden wir auf der Seite ausloben und prämieren. Wir freuen uns auf Ihr Werk.

Ihre Alexa Braun

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Der Winter naht – Zeit fürs Träumen

Der Winter ist bei uns angekommen. Der Mensch kommt sich näher. Er tritt der eigenen Seele entgegen. In der dunklen Jahreszeit brauchen wir mehr Schlaf, um fit für den Tag zu sein. Mindestens eine halbe Stunde. Lichtmangel ist schuld daran: Der Körper hat Schwierigkeiten seiner inneren Uhr zu vertrauen. Wenn es draußen lange grau und dunkel ist, fällt es uns umso schwerer aufzustehen. Sie kennen das innere Hadern am frühen Morgen vielleicht von sich selbst. Das Jahresende war vor der industriellen Revolution dazu gedacht, das Feld zu verlassen und in das warme Haus einzukehren. Schlafen Sie ausreichend, fahren Sie das System herunter. Kein Grund für ein schlechtes Gewissen. Genießen Sie die Zeit. Es ist die Zeit der Wunder und Träume.

Träume haben eine seltsame Angewohnheit: Sie sind das Tor zu unserem Unterbewusstsein. Was wir am Tage nicht verarbeiten, findet oft seinen Weg in unsere nächtlichen, erdachten Rollenspiele. Nehmen wir das Traumlexikon von Sigmund Freud, dem bekannten Psychoanalytiker, zur Hand. Es ist im November 1899 erschienen und gehört zu den meistgelesenen Werken des 20. Jahrhunderts. Freud nutzte seine Erkenntnisse, um seine Patienten auf allen Ebenen beraten zu können. Dazu gehörte auch die Traumdeutung. Seine Ansicht: Viele innere Konflikte durchleben wir im Traum verschleiert oder verdichtet.

Freud erkannte den Traum in seinen Theorien und Forschungen, als den Ort, in dem gesellschaftliche Zensurmechanismen keinen Eintritt haben. Er war der Ansicht, dass viele unserer Probleme auf sexueller Natur basieren. Inzwischen gilt diese Ansicht als überholt. Freud erkannte aber richtig: Der Traum findet durch halluzinatorische Methoden einen Weg in die Psyche des Menschen. Die Faszination mit diesen mystischen Traumwelten ist heute noch überall anzutreffen. Jedes Symbol in der Traumdeutung hat seine eigene Bedeutung. Hier ein paar davon:

Zahnausfall: Der Verlust der Zähne kann symbolisch auf allgemeine Verlustängste übertragen werden. Macht und Ohnmacht geraten in Missverhältnis, eine Situation gerät außer Kontrolle oder Sie fürchten sich vor einem Abschied. Vielleicht haben Sie Probleme zu lange verdrängt. Durch den Zahnausfall entlädt sich dieser emotionale Kraftverlust.

Tod: Dieses Symbol kann positiver Natur sein. Der Tod im Traum bedeutet, dass Sie sich verändern oder ein Teil Ihrer Persönlichkeit “abstirbt“. Ebenso kann sich die Beziehung zu der sterbenden Person in Ihrem Traum verändern oder aufgelöst werden. Der Traumtod ist in jedem Fall nicht mit dem wirklichen Tod einer Person gleichzusetzen, auch wenn dieses Symbol Ängste hervorruft. In Italien zum Beispiel bedeutet der Traum vom Tod ein längeres Leben.

Urlaub: Sie brauchen Urlaub. So einfach ist das. Das chronische Nervensystem ist überlastet und Sie träumen von azurblauen Stränden oder einer Holzhütte im Grünen. Gönnen Sie sich was, schenken Sie Ihren Bedürfnissen mehr Beachtung. Ihr Unterbewusstsein will Ihnen sagen, dass Sie jetzt viel Ruhe brauchen.

Fliegen: Gibt es einen schöneren Traum als den vom Fliegen? Leidenschaftlich öffnen wir die Arme und steigen in die Wolken, um auf die kleinen Häuser und Flüsse hinabzuschauen. Leider bedeutet dieses Symbol in europäischen Kreisen das allzu harte Verdrängen von Problemen und Ängsten. Sie flüchten vor Konflikten und “fliegen davon.”

Schwangerschaft: Dies ist ein häufiges Traumsymbol. Etwas Kugelrundes wächst in uns heran oder wir erfahren von einer Schwangerschaft. Stirbt beim Traumtod ein Teil von uns, bedeutet die Schwangerschaft, dass etwas Neues auf uns zukommt. Sie sind nun bereit, dieses „auszutragen.” Das kann ein Projekt sein oder ein Gespräch, das Sie unbedingt führen müssen. Jetzt ist die richtige Zeit dafür.

Träume sagen eine Menge über uns aus. Über unsere geheimsten Wünsche und Ängste. Sie sind ein ideales Gefährt, um den Weg in unsere Seele zu finden. Es ist Winter; draußen ist es dunkel und kalt. Machen Sie es sich unter der Bettwäsche gemütlich. Schließen Sie behutsam die Augen. Mal sehen, welche Botschaften Sie heute Nacht erreichen.

Ihr Lutz Braun

 Quelle: Freud, Traumlexikon

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Schlafen zum Jahreswechsel

Silvester. Eine der aufregendsten Nächte des Jahres. Böller liegen auf den Straßen und leere Sektflaschen zieren die unmittelbare Umgebung von öffentlichen Mülleimern. Wir hübschen uns auf, versuchen an diesem Abend Besonderes zu unternehmen. Heute ist die Nacht der Nächte.

Aber mal ganz ehrlich: Wie oft haben Sie gedacht, dass Sie auch zuhause hätten bleiben können? Warum verbringen Sie dieses Jahr nicht mit Sekt in der Badewanne oder in Jogginghose auf der Couch, um 38 Mal Dinner for One zu schauen?

Ein spanisches Dorf hat es vorgemacht. In Villar de Corneja wird seit Jahren Silvester um die Mittagszeit gefeiert. Das liegt daran, dass das Durchschnittsalter der Einwohner bei 75 liegt. Zum Mittagsglockenschlag wird eine riesige Weintraube verspeist. Danach geht es für alle ins Bett, frei von jeglichem Druck und Gesellschaftszwängen. Buenas noches, amigos. Denn gerade Kinder und Älteren fällt es besonders schwer, den Jahreswechsel bis zum nächsten Morgen durchzuhalten. Es war ein langes Jahr. Nicht für jeden muss es mit einem Korkenknall enden.

Hingegen ist die Wirkung des Vorschlafens ein Mythos. Es reicht in der Nacht zu Silvester mindestens sieben Stunden und nicht länger als 8 Stunden zu schlafen. Hat die Ruhephase in der Nacht nicht ausgereicht, hilft ein Powernap von 20 Minuten in der Mittagszeit. Schlafen Sie hier allerdings länger als eine Stunde, fühlen Sie sich danach wie gerädert. Achten Sie auf einen ausgeglichenen Schlaf ohne Unterbrechungen. Das sind die besten Voraussetzungen für eine lange Silvesternacht.

Für alle, die es vorziehen, früh unter die Bettdecke zu krabbeln: Machen Sie sich nichts draus. Die Party geht auch ohne Sie weiter. Das neue Jahr können Sie immer noch am nächsten Morgen begrüßen und den Kater sparen Sie sich auch. Einen kleinen Tipp würden wir Ihnen aber gerne mitgeben. Ohrstöpsel nicht vergessen.

Egal, wie Sie also Silvester feiern: Wir wünschen Ihnen einen unvergesslichen Übergang und ein entspanntes, erholsames Jahr 2016.

Ihre Alexa und Ihr Lutz Braun

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Interview mit Dr. Hans-Günter Weeß zum Thema Schlaf

Bei diesem Interview mit Dr. Weeß geht es um allgemeine Fragen zum Thema Schlaf. Als Somnologe und Leiter des Schlafzentrums Pfalzklinikum ist er Experte auf diesem Gebiet. Deshalb freue ich mich, dass ich dieses Interview mit ihm führen konnte. Ich habe ihm diese Fragen gestellt:

  1. Welche Funktionen hat der Schlaf?
  2. Wie viel Schlaf braucht der Mensch?
  3. Welche Verhaltensweisen fördern einen guten Schlaf?

Hören Sie sich die Antworten einfach im folgenden Video an.

Ihr Lutz Braun

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Dorfschlaf vs. Stadtschlaf

Leise weckt Sie das Vogelgezwitscher, Sie erwachen aus süßen Träumen. Die Katze ringelt sich um das Fenstersims, der Hahn hat sein letztes Lied gekräht. Sie wälzen sich in der frühen Stille, nur das Knacken der Bäume greift in Ihre Träume ein. Der Morgentau umgarnt die Felder, noch ist alles ruhig. Die Bewohner der Wälder lassen dann und wann ein Geräusch verlauten.

Ein harter, schriller Alarm aus einem Auto auf der Straße weckt sie. Das helle Licht der Laternen dringt durch die Gardinen; eine Tram bremst scharf ab. Die verlassenen Nachtgeister grölen durch die Straßen, jemand ruft laut einen Namen. Sie drehen sich hin und her, die Studenten im Haus nebenan feiern eine Party. Montags.

Es spricht viel dafür, dass Sie besser auf dem Land schlafen, als in der pulsierenden Großstadt. Aber auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie Sie Ihre Schlafumgebung positiv beeinflussen können. Tatsächlich ist der Mensch ein Gewohnheitstier. Empfinden Sie die Straßengeräusche anfangs als anstrengend und lästig, werden sich diese bald in Ihre Traumumgebung einfügen – wenn Sie es denn wollen. Alleine mit Druck erreichen Sie wenig.

Dunkle Gardinen, die bis unters Fenster reichen, oder blickdichte Jalousien schützen Sie vor äußeren Lichteinflüssen. Alternativ legen Sie sich eine Schlafmaske zu. Ohrenstöpsel helfen, wenn die Geräusche überhandnehmen. Wenn zum Beispiel der Partner schnarcht oder der Hund des Nachbarn sehr mitteilungsbedürftig ist. Achten Sie vermehrt auf die Geräuschkulisse, wird diese mit der Zeit aufdringlicher. Versuchen Sie sich zu entspannen, damit Ihr Schlaf dauerhaft stressfrei bleibt und Sie ruhig und erholsam schlafen.

Auch auf dem Land gibt es Geräuschquellen. Mal ist es der Trecker, der seine Arbeit verrichtet oder der Nachbar, der seine Autotür früh am Morgen mit einem lauten Knall zuwirft. Die Müllabfuhr ist auch auf dem Land fleißig. Dorffeste sind keine Seltenheit.

Forscher haben sogenannte „Schlafspindeln“ entdeckt, die im Gehirn störende Geräusche ausblenden. Manche von uns besitzen dieses Talent, andere weniger. Wichtig ist, dass Sie ein Schlafmuster entwickeln, innerhalb dessen Geräusche reduziert werden. Haben Sie einen besonders leichten Schlaf, gestalten Sie Ihr Schlafzimmer zu einem gemütlichen Schlafgemach um: ohne störende Lichtquellen und undichte Fenster. Wird Ihr Schlaf dauerhaft gestört, hat das Auswirkungen auf Ihre allgemeine Tagesstimmung.

Kreieren Sie ein Plätzchen, in dem Sie sich heimisch fühlen. Schlafen Sie gut und ausreichend. Dazu empfehlen wir Ihnen diese 10 Schlaftipps, die wir in einem unserer Artikel für Sie gesammelt haben.  Dabei ist es letztlich egal, ob Sie auf dem Dorf leben oder in der Stadt: beides hat Vor– und Nachteile. Sie alleine haben Ihren Schlaf in der Hand.

Ihr Lutz Braun

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